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Sträucher, Hecken

Schwarzdorn und andere einheimische Sträucher bieten Nistplätze, Verstecke und Nahrung für die einheimische Fauna. Foto: M. Di Giulio  

Die Blüten von Wildrosen sorgen für ein reichhaltiges Angebot an Nektar und Pollen für Insekten wie Schmetterlinge, Käfer oder Bienen. Foto: M. Di Giulio

Gehölze erfüllen eine Vielzahl wichtiger Funktionen für Mensch und Natur. Sie bieten Schutz vor Wind, Sonne und Lärm und dienen Tieren als Nahrungsquelle, Nist-, Wander- und Unterschlupfmöglichkeiten. Im Siedlungsraum kommen Gehölze einzeln, in Gruppen oder als Wildhecken vor. Sie prägen oft das Landschaftsbild, erhöhen die Strukturvielfalt und tragen zur Vernetzung bei. Viele Tier- und Pflanzenarten sind auf bestimmte Gehölzarten angewiesen. Um die Biodiversität zu erhalten, ist es wichtig, einheimische Gehölzarten zu fördern. Bei der Auswahl der Straucharten sollten die örtlichen Standortbedingungen wie Boden, Wasserhaushalt und Besonnung berücksichtigt werden. Standortgerecht sind Arten, die natürlicherweise an vergleichbaren Standorten vorkommen. Beim Bezug von Gehölzen sollte darauf geachtet werden, dass es sich um einheimische Wildformen und nicht um standortfremde Zierformen handelt.

Pfle­ge

Die Art der Pflege hängt vom Typ des Gehölzes ab: Einzelsträucher, Wildhecken und Strauchgruppen brauchen eine spezifische Pflege. Wichtig ist eine an den Lebensraum und die Strauchart angepasst naturnahe Pflege, welche Rücksicht nimmt auf die Brutzeit von und das Nahrungsangebot für Vögel und andere Tiergruppen.

Der Hausrotschwanz ist im Herbst auf die Beeren des Hartriegels und anderer heimischer Sträucher angewiesen. Foto: J. Landolt

Diese Mönchsgrasmücke findet am Gewöhnlichen Schneeball ausreichend Nahrung. Foto: J. Landolt

Das Pfaffenhütchen bietet im Winter wertvolle Nahrung für Vögel, die bei uns überwintern. Foto: M. Di Giulio

Ziel­kon­flik­te

Beim Setzen von Gehölzen ist die Beschattung zu berücksichtigen. Eine zu starke Beschattung durch Gehölze kann die ökologische Qualität von Wiesen und Ruderalflächen beeinträchtigen. Durch eine geschickte Anordnung der Gehölze auf Grünflächen kann diesem Konflikt entgegengewirkt werden.

Unterbauungen schränken die Standortbedingungen für Gehölze ein.

Abgestorbene lange, dicke Pfahlwurzeln (Durchmesser 10–30 mm) von tiefwurzelnden Sträuchern können Makroporen im Boden bilden, durch die das Regenwasser schneller abfliesst. Dadurch wird die Filterleistung des Bodens reduziert.

Synergien

Hit­ze­min­de­rung

Tagsüber: Der Schatten der Gehölze vermeidet eine Überhitzung von Oberflächen und Fassaden und verhindert eine Wärmespeicherung im Boden. Zudem führt die Wasserverdunstung über die Pflanzen zu einer lokalen Kühlung. 

Nachts: Mit Sträuchern bepflanzte Fächen kühlen sich in der Nacht schnell ab. Wenn ausreichend Wasser vorhanden ist, produzieren mit Sträucher bepflanzte Flächen Kaltluft und tragen damit lokal zur Abkühlung bei.

Na­tur­na­he Re­gen­was­ser­be­wirt­schaf­tung

Im Vergleich zu Ruderalflächen oder Wiesen erhöhen Sträucher und Hecken den Anteil der Verdunstung der Vegetationsflächen. Sie sind aber nicht direkt an der Regenwasserbewirtschaftung beteiligt, weshalb ihre Wirkung nicht beurteilt werden kann. Die Wirkung hängt von der Gestaltung der bepflanzten Flächen ab.

Potenziale & Wirkung

Wirkung
geringe Wirkungmittlere Wirkunggrosse Wirkung

Biodiversität

Nicht einheimische und in Form geschnittene Sträucher (sog. Hauswartschnitt) haben einen geringen ökologischen Wert (z.B. als Nahrung für Vögel). 

Einheimische und regelmässig in Form geschnittene Sträucher, welche jedoch Blüten, Beeren oder Samen bilden, haben einen mittleren ökologischen Wert. 

Einheimische Sträucher, die naturnah gepflegt werden und eine natürliche Wuchsform aufweisen sowie von einem Krautsaum umgeben sind, haben einen sehr hohen ökologischen Wert.  

Hitzeminderung

Bei einzelnen Sträuchern in Grünflächen ist die Hitzeminderung gering. 

Bei grösseren Gehölzgruppen oder Hecken in Grünflächen ist die Hitzeminderung mittel. 

Bewegungsförderung

Sträucher ohne essbare Früchte oder Blüten können nicht genutzt werden und wirken nicht bewegungsfördernd.

Sträucher mit essbaren Früchten oder Blüten können genutzt werden und wirken deshalb bewegungsfördernd.

Naturerlebnis

Nicht einheimische und in Form geschnittene Sträucher (sog. Hauswartschnitt) bieten ein geringes Naturerlebnis. 

Einheimische und in Form geschnittene Sträucher mit Blüten und Beeren bieten ein mittleres Naturerlebnis. 

Naturnah gepflegte Sträucher mit essbaren Blüten, Beeren oder attraktiven Formen und Farben (z.B. Herbstfärbung) bieten ein reiches Naturerlebnis. 

Die Ta­bel­le gibt eine Über­sicht zu den Po­ten­zi­a­len und den Wir­kun­gen. Die An­ga­ben zu Syn­er­gi­en und Po­ten­zi­a­len ba­sie­ren auf Fachli­te­ra­tur sowie Ein­schät­zun­gen von Fach­leu­ten, u.a. von Da­ni­el Kel­ler, Stadt­land­schaft GmbH, und Sil­via Opp­li­ger, SVA (Ver­band Schwei­zer Ab­was­ser- und Ge­wäs­ser­schutz­fach­leu­te).

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