Tools:
Tools
Home

Sickerfähige Beläge

Beläge aus Pflastersteinen mit sickerfähigen Fugen tragen zu einem naturnahen Wasserkreislauf bei und sind gleichzeitig Lebensraum für eine spezialisierte Pflanzenarten. Foto: A. Krebs

In den Fugen von Pflastersteinen wächst eine spezielle Vegetation, auch Pflasterfugen-Flora genannt. Foto: A. Krebs

Das Gewöhnliche Frühlings-Hungerblümchen (Erophila verna) wächst in Siedlungsgebieten gerne in den Fugen von Pflastersteinen. Foto: A. Krebs

Wo immer möglich sollten durchlässige und sickerfähige Beläge verwendet werden. Dazu gehören Beläge mit einer Deckschicht aus Kies, Mergel oder Pflastersteinen mit sickerfähigen Fugen. Unversiegelte Flächen erhalten die natürlichen Wasserkreisläufe und Bodenprozesse. Begrünte Beläge wie Rasengittersteine, Schotterrasen oder Pflastersteine mit begrünten Fugen sind besonders empfehlenswert, da sie die Sickerfähigkeit erhöhen und das Kolmationsrisiko verringern. Zudem bieten sie Pflanzen und Tieren einen Lebensraum und dienen als wichtige Vernetzungsachsen für zahlreiche Arten. Auf Flächen mit Rasengittersteinen können bis zu 15 Pflanzenarten pro Quadratmeter vorkommen, darunter auch seltene und regional gefährdete Arten. 

Wasserkreislauf auf unversiegelter und versiegelter Fläche. Quelle: BAFU/ARE 2022

Ver­si­cke­rung

Durch­läs­si­ge, si­cke­r­fä­hi­ge Be­lä­ge hei­zen sich im Som­mer we­ni­ger auf, küh­len ihre Um­ge­bung durch Ver­duns­tung von Re­gen­was­ser und ent­las­ten die Ka­na­li­sa­ti­on durch Ver­si­cke­rung bei Nie­der­schlä­gen. Zu­sätz­lich kön­nen si­cke­r­fä­hi­ge Plät­ze auch Re­gen­was­ser von an­gren­zen­den ver­sie­gel­ten Flä­chen auf­neh­men und sind deshalb wichtige Schwammstadt-Elemente. Zum Bei­spiel kann bei Park­plät­zen aus Ra­sen­git­ter­stei­nen oder Schot­ter­ra­sen das Re­gen­was­ser der ver­sie­gel­ten Zu­fahrts­flä­che ver­si­ckert wer­den. Plät­ze, die als leich­te Mul­den ge­stal­tet sind, kön­nen bei stär­ke­ren Nie­der­schlagser­eig­nis­sen auch eine Re­ten­ti­ons­funk­ti­on über­neh­men.

Sickerfähig gestaltete Parkplätze: Öffentlicher  Parkplatz beim Trauungslokal Schloss Bümpliz des Zivilstandsamtes Bern-Mittelland. Foto: S. Oppliger

Parkplätze für Autos können sickerfähig gestaltet werden wie dieser private Parkplatz in der Stadt Bern. Foto: S. Oppliger

Chaussierte Wege und Plätze in der Wohnsiedlung In den Bäumen (Egg, ZH).
Foto: M. Di Giulio 

Sickerfähige Gestaltung der Fussgängerzone in Bern Bümpliz. Foto: S. Oppliger

Ziel­kon­flik­te

Erhöhte Anforderungen an Befahrbarkeit, Unterhalt und Rollstuhlgängigkeit.

Synergien

Hit­ze­min­de­rung

Tagsüber: Verminderung der Überhitzung und Wärmespeicherung der Oberflächen, je nach Deckungsgrad der Vegetation. Unversiegelte Fläche mit hohem Grünanteil können die gefühlte Temperatur gegenüber vollversiegelten Flächen um bis 7 Grad senken.

Nachts: Schnellere Abkühlung als versiegelte Flächen in der Nacht, Produktion von Kaltluft und damit lokale Abkühlung über Pflanzen oder Substrat wenn genügend Wasser vorhanden ist.

Na­tur­na­he Re­gen­was­ser­be­wirt­schaf­tung

Plätze und Wege sind aufgrund ihrer Funktion immer befestigt oder verdichtet und können je nach Grad der Verdichtung/Versiegelung und der Regenmenge nur einen Teil des Wassers aufnehmen. Die Wirkung erhöht sich erheblich, wenn die Flächen von Bäumen beschattet werden. Rasengittersteine können bis zu 80% des Regenwassers aufnehmen, sickerfähige Beläge bis zu 40%, solange sie nicht verschlämmt sind (deshalb ist eine Reinigung der Poren erforderlich).

Ar­beits­hil­fen