Natürlicherweise kommen Ruderalfluren auf Schotter- und Kiesbänken entlang von Flüssen und an Schutthängen vor. In der Natur- und Kulturlandschaft werden diese Lebensräume immer seltener. Ruderalflächen finden sich auch im Siedlungsraum in Gärten, entlang von Wegen, an Böschungen, auf unversiegelten Plätzen oder auf Brachflächen. Bereits auf kleinen Flächen können blütenreiche Ruderalflächen entstehen. Voraussetzung dafür ist ein sonniger Standort mit magerem, kiesigem oder steinigem Boden. Ruderalflächen sind Pionierstandorte und werden von spezialisierten Pflanzenarten, den sogenannten Pionierpflanzen, besiedelt. Diese Pflanzen kommen mit wenig Nährstoffen aus. In Wiesen und anderen Lebensräumen mit dichter Pflanzendecke werden sie von konkurrenzstarken Arten verdrängt. Ruderalflächen verändern ihr Erscheinungsbild schnell. Zu Beginn sind sie karg, entwickeln sich aber nach 1-2 Jahren zu farbenprächtigen Flächen, die im Laufe der Zeit immer dichter werden und je nach Standort einen "wilden" Charakter entwickeln.