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Blumenwiesen

Blumenwiesen gedeihen an unterschiedlichen Standorten, fördern das Naturerlebnis und tragen zur Aufenthaltsqualität bei. Foto: D. Martinoli

Werden Blumenwiesen mit Bäumen, Sträuchern und anderen Strukturen kombiniert, entsteht ein ökologisch wertvolles Mosaik. Foto: M. Di Giulio

Der gebänderte Pinselkäfer ernährt sich von Pollen. Foto: A. Krebs

Blumenwiesen sind bei guten Standortbedingungen und einer naturnahen Pflege sehr artenreiche Lebensräume und beherbergen zahlreiche Insekten, Spinnen, Reptilien und andere Kleintiere. Auf einer Fläche von fünf Quadratmetern einer mageren Trespenwiese kommen zwischen 40 und 60 Pflanzenarten vor, auf einer Fromentalwiese zwischen 35 und 45 Arten. Die Artenzusammensetzung der Wiesen hängt vom Nährstoffgehalt des Bodens, der Sonneneinstrahlung, der verwendeten Samenmischung und der Pflege ab. Entsprechend unterschiedlich ist das Erscheinungsbild von Wiesen. In Siedlungsgebieten gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Blumenwiesen anzulegen, z.B. in Parks, Wohn- und Firmenarealen, Gärten von Einfamilienhäuser, entlang von Wegen und Strassen und sogar auf Dächern.

Pfle­ge

Damit Blu­men­wie­sen ihre volle Ar­ten­viel­falt ent­fal­ten kön­nen, müs­sen sie na­tur­nah ge­pflegt wer­den. Dazu ge­hört, dass die Pflan­zen blü­hen und Samen bil­den kön­nen und In­sek­ten ihren Le­bens­zy­klus ab­sch­lies­sen oder Schutz fin­den, bevor die Wie­sen ge­mäht wer­den. Je frü­her und häu­fi­ger eine Wiese ge­mäht wird, desto ge­rin­ger ist die Ar­ten­viel­falt. Schnitt­zeit­punkt und An­zahl der Schnit­te prä­gen, u.a. den Wie­sen­typ. Häu­fi­ge Wie­sen­ty­pen im Schwei­zer Mit­tel­land sind Fro­men­tal- und Feucht­wie­sen, die 2 bis 3 Mal pro Jahr ge­mäht wer­den.

Krautsäume, ungemähte Wiesenflächen und Rasen bilden ein Lebensraummosaik, das auch eine Nutzung durch den Menschen zulässt. Foto: M. Di Giulio 

Eine fachgerechte und naturnahe Pflege ist entscheidend für den Artenreichtum einer Wiese. Foto: M. Di Giulio 

Ziel­kon­flik­te

Eine zu starke Beschattung der Blumenwiese durch Bäume oder andere Gehölze kann die ökologische Qualität von Wiesen beeinträchtigen. Durch eine geschickte Anordnung der Flächen und Gehölze kann diesem Konflikt entgegengewirkt werden.

Synergien

Hit­ze­min­de­rung

Tagsüber: Wenn ausreichend Wasser vorhanden ist und die Pflanzen Wasser verdunsten können, erhitzen sich Wiesenflächen nur gering. Auch bei Trockenheit erhitzt sich die Oberfläche nur geringfügig, aufgrund der Beschattung durch hohe Gräser und Kräuter. Wiesen speichern kaum Wärme im Boden.

Nachts: Wenn ausreichend Wasser vorhanden ist, produzieren Wiesenflächen Kaltluft; bei Flächen > 1 Hektar kühlen sie auch angrenzende Flächen. Wiesenflächen kühlen während der Nacht schnell ab.

Na­tur­na­he Re­gen­was­ser­be­wirt­schaf­tung

Bei kleinen Regenereignissen wird Wasser in den Poren des Bodens von Wiesenflächen gespeichert. Die Verdunstung nach einem Regenereignis verzögert sich und das Wasser versickert in den Untergrund. Der Anteil der Rückhaltung und Versickerung hängt vom Bodenaufbau und möglichen Unterbauungen ab. Wenn Wiesenflächen als Mulde angelegt sind, kann bei Regenfällen mehr Wasser zurückgehalten und vor Ort versickert oder verdunstet werden.

Potenziale & Wirkung

Wirkung
geringe Wirkungmittlere Wirkunggrosse Wirkung

Biodiversität

Bei nährstoffreichen, intensiv gepflegten Wiesen ist die Artenvielfalt gering. 

Bei nährstoffreichen, naturnah gepflegten Wiesen ist die Artenvielfalt mittel. 

Bei naturnah gepflegten Wiesen an mageren, sonnigen Standorten ist die Artenvielfalt hoch. 

Hitzeminderung

Bei unterbauten Wiesenflächen mit einem gestörtem Wasserhaushalt ist die Hitzeminderung gering. 

Bei grösseren Wiesenflächen, Böschungen oder Grünstreifen ist die Hitzeminderung mittel. 

Naturnahe Regenwasserbewirtschaftung

Unterbaute Wiesenflächen speichern kleinere Regenereignisse, stärkere Regen fliessen ohne Versickerung ab.

Nicht unterbaute Wiesenflächen ermöglichen einen naturnahen Wasserkreislauf und die Versickerung vor Ort.

Als Mulde oder Graben ausgebildete Wiesenflächen erhöhen den Rückhalt von Regenwasser.

Bewegungsförderung

Blumenwiesen können nur eingeschränkt genutzt werden, v.a. nach der Mahd und solange die Vegetation kurz ist. 

Naturerlebnis

Artenarme und intensiv gepflegte Wiesen bieten ein geringes Naturerlebnis. 

Nährstoffreiche Wiesen mit geringem Kräuteranteil und einer kleinen Vielfalt an Insekten und anderen Kleintieren sind mittelmässig erlebnisreich. 

Artenreiche magere Blumenwiesen bieten ein reiches Naturerlebnis, sie zeichnen sich durch grosse Farben- und Formenvielfalt, Düfte, Insektengesumme etc. aus.

Die Ta­bel­le gibt eine Über­sicht zu den Po­ten­zi­a­len und den Wir­kun­gen. Die An­ga­ben zu Syn­er­gi­en und Po­ten­zi­a­len ba­sie­ren auf Fachli­te­ra­tur sowie Ein­schät­zun­gen von Fach­leu­ten, u.a. von Da­ni­el Kel­ler, Stadt­land­schaft GmbH, und Sil­via Opp­li­ger, SVA (Ver­band Schwei­zer Ab­was­ser- und Ge­wäs­ser­schutz­fach­leu­te).

Ar­beits­hil­fen